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Humorvoll und geistreich – Rückblick auf das 108. Abituria-Stiftungsfest

In heiterer Atmosphäre und harmonischem Einklang haben wir das 108. Stiftungsfest der Abituria Wirceburgia gefeiert. Ein detaillierter Bericht wird im nächsten Mitteilungsblatt erscheinen. Hier schon vorab einige bildliche Impressionen, gedacht auch für die Abiturianer, die an der schönen Feier nicht teilnehmen konnten.

Freitag, 01.06.2018

In Anerkennung seiner großen Verdienste zeichneten 1. Vorstand Dr. Fritz Lindner und 2. Vorstand Daniel Scheder unser langjähriges Vorstandsmitglied Bernhard Schenk mit dem Ehrenband der Abituria aus, worüber sich auch Ehefrau Hannelore freute.

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Für die größeren Veranstaltungen, beginnend mit dem abendlichen Festkommers, waren wir erneut zu Gast auf dem Haus e.s.v. KDStV Thuringia in der Mergentheimer Straße.

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Gastredner Prof. Dr. Friedhelm Brusniak, Lehrstuhlinhaber für Musikpädagogik an der Universität Würzburg, hielt einen musikalisch vielschichtigen Festvortrag über die Wirkungsgeschichte des Frankenlieds mit interessanten Ergebnissen seiner aktuellen Forschungen.

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Chargierte und Festcorona lauschten gebannt den spannenden Ausführungen unseres Festredners.

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Geschenkübergabe unter Gleichgesinnten: OStD Klauspeter Schmidt stiftete eine von ihm gestaltete Fahne unserer Stammschule, des Röntgen-Gymnasiums Würzburg. Im Gegenzug erhielt er aus den Händen von 1. Vorstand Dr. Fritz Lindner einen ihm persönlich gewidmeten Bierkrug der Abituria.

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Samstag, 02.06.2018

Am Vormittag besuchten wir bei sommerlichem Wetter die weitläufige Landesgartenschau am Hubland.

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Maja und Peter Wagner mit dem begrünten „Öko-Auto“.

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Archivar Dr. Wolfgang Nüdling war sich wieder einmal für keinen Scherz zu schade…

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Auf der nachmittäglichen Jahreshauptversammlung: Bändiger der Wörter – Schriftführer Elmar Tober, Freund der Zahlen – Kassenwart Jürgen Barth, Gestalter der Poster – Schaukasten-Beauftragter Duncan Seitz.

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Im Mittelpunkt unserer Diskussionen stand auch die intensivierte Zusammenarbeit mit dem Röntgen-Gymnasium, beispielsweise die Unterstützung des Ausbaus der großen Dachzimmer zu einem Veranstaltungssaal für die Schule und ihre Umgebung.

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Kenner edler Tropfen: Abiturianer Dr. Karl Wagner brachte abends auf seiner tiefgründigen Weinprobe geistreiche Genüsse mit literarischen Kostbarkeiten in idealer Weise in Einklang.

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Sonntag, 03.06.2018

Das 108. Stiftungsfest endete mit einem gemütlichen Mittagessen im Gasthof Lamm in Höchberg und so mancher ließ sich dabei eine der Spezialitäten des Hauses schmecken, fränkische Schäufele.

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Wolfgang Nüdling

Fotos: Archiv Abituria Wirceburgia

Geschichte der Abituria 1910-2010

26.11.1910: Gründung der „Abituria der Kgl. Kreis-Oberrealschule Würzburg“ in der Gaststätte „Schwarzer Walfisch“ (heute Hotel Walfisch, Am Pleidenturm 5). Zu dieser Zeit gab es an fast allen höheren Schulen Schülerverbindungen, deren Verbot in Bayern 1923 gelockert und erst nach 1945 aufgehoben wurde.

1914 – 1918: Dem 1. Weltkrieg fielen 28 Abiturianer zum Opfer. Valentin Mock beteiligte sich im April 1919 an der Niederschlagung der Räteherrschaft in Würzburg und verlor dabei sein Leben.

1920 – 1930: Die „Goldenen 20er Jahre“ waren auch für die Abituria eine große Blütezeit, was man am enormen Zuwachs erkennen kann: Von 1920 bis 1930 fanden knapp 230 Schüler den Weg in die Abituria!

1933-45: Während der Nazi-Diktatur wurde trotz Verbot das Verbindungsleben unter Einschränkungen aufrecht erhalten. Im Gegensatz zu den meisten anderen Vereinen distanzierten wir uns in keiner Weise von unseren jüdischen Bundesbrüdern, den meisten gelang glücklicherweise rechtzeitig die Flucht ins Exil.

Um 1938: Öffnung für Schüler der Deutschen Aufbauschule Würzburg (ehemalige Lehrerbildungsanstalt), die 1936 der Oberrealschule angegliedert worden war.

1939 – 1945: Dem 2. Weltkrieg fielen 88 Abiturianer zum Opfer, überwiegend wegen ihres Militäreinsatzes. Dagegen verloren Arnold Reinstein und Oskar Stern aufgrund ihres jüdischen Glaubens ihr Leben und Fritz Reinlein wegen Wehrkraftzersetzung, da er nicht an den „Endsieg“ glaubte und deswegen denunziert worden war.

16.03.1945: Bei der Bombardierung Würzburgs wurde auch das Archiv der Abituria zerstört, das in der Wohnung von  Ernst Jung untergebracht war.

1948: Vom Altherrenverband werden die ersten Nachkriegs-Stammtische organisiert.

04.01.1949: Die erste Mitgliederversammlung nach 1945 unter dem neuen 1. Vorsitzenden Ernst Jung bedeutet den offiziellen Neubeginn des Verbindungslebens.

1952: Wiedergründung der Aktivitas. Kontaktaufnahme mit den noch lebenden jüdischen Bundesbrüdern, die zum großen Teil nach wie vor der Abituria angehören wollen. Teilweise reisen sie aus ihrem Exil zu Abituria-Stiftungsfesten oder anderen Treffen nach Würzburg.

1959: Der Altherrenverband wird ein eingetragener Verein und Freundschaftsabkommen (Kartell) mit der Schülerverbindung Abituria Radantia zu Bamberg.

1960: Fünfzigstes Stiftungsfest unter Anwesenheit der beiden Gründungsmitglieder Dr. Adolf Lustig (angereist aus seinem Exil in Australien) und Hanns Ofenhitzer.

1964: Prof. (FH) Albert Kestler übernimmt die Leitung der Abituria.

1965: Umbenennung der Oberrealschule in Röntgen-Gymnasium Würzburg.

1967 Bezug des ersten Verbindungsheims, das in der Privaten Wirtschaftsschule Müller untergebracht war (Neubaustraße 5).

1970er Jahre: In dieser Zeit musste der Aktivenbetrieb eingestellt werden, da im Zuge der Studentenrevolte die jungen Leute sich nicht mehr für die Ideale einer traditionell gewachsenen Gemeinschaft einsetzen wollten.

1973: Umzug in das neue Heim in der Neubaustraße 22.

1975: Eine zweite Öffnung der Abituria für Schüler des Friedrich-Koenig-Gymnasiums bringt keinen Erfolg in den Nachwuchsbemühungen.

1985: Wiedergründung der Aktivitas durch fünf Schüler des Röntgen-Gymnasiums: Frank und Thomas Kirchner, Frank Kukla, Elmar Tober und Matthias Wagner. Dr. Fritz Lindner wird neuer 1. Vorsitzender des Altherrenverbands. Unter Chefredaktion von Günther Deufert wird seitdem kontinuierlich das Abituria-Mitteilungsblatt herausgegeben.

1993: Dritte und umfassendste Öffnung der Abituria für alle Würzburger Gymnasien, damit verbundene Umbenennung in „Abituria Wirceburgia“. Den Name „Wirceburgia“ führte vor dem Krieg eine Würzburger Studentenverbindung, die 1933 von den Machthabern verboten wurde, da ihr fast ausschließlich jüdische Mitglieder angehörten. Auch zwei Abiturianer jüdischen Glaubens waren Mitglied dieser Studentenverbindung: Dr. Adolf Lustig (Abitur 1910) und Fritz „Fred“ Sonder (Abitur 1919).

1997: Umzug in das jetzige Heim in der Brücknerstraße 5 / Rückgebäude.

1998: Die erste Version der Abituria-Homepage wird ins Internet eingestellt.

1999: Verbindungsnachrichten können nun auch in elektronischer Form über die Abituria-Mailingliste verbreitet werden.

November 2002: Auf dem ersten Weltkorporationstag in Würzburg ist die Abituria sowohl auf der Tagung als auch dem Festkommers angemessen vertreten.

Seit 2008: Angebot von kostenfreier Nachhilfe für Würzburger Gymnasialschüler.

2009: Der Altherrenverband organisiert bereits zum 30. Mal eine mehrtägige Kulturfahrt, in diesem Jahr in die Oberlausitz.

2010: Die Abituria feiert runden Geburtstag und kann dabei auf ihr 100-jähriges Bestehen zurückblicken.