Kategorie: Bundesbrüder

Herzlichen Glückwunsch – 111 Jahre Abituria Wirceburgia!

Unsere Abituria ist wohl weltweit die einzige Pennalverbindung, die in einem „schwarzen Walfisch“ ihren Anfang nahm. Tatsächlich gab es in Würzburg ein Lokal dieses Namens, benannt nach dem beliebten Studentenlied Im schwarzen Walfisch zu Askalon. Genau in dieser Gaststätte gründeten am 26. November 1910 die ersten Abiturienten des Röntgen-Gymnasiums (damals Oberrealschule Würzburg) unsere Abituria, um die gemeinsame Freundschaft über die Schulzeit hinaus zu bewahren. Diese weitsichtige Entscheidung ist bis heute das wichtigste Ziel unserer Verbindung. Vor diesem Hintergrund feierten wir kürzlich unser 111. Stiftungsfest, das reich an Höhepunkten war. Hier eine kleine Auswahl:

Klauspeter Schmidt, Lothar Forster, Wilhelm Conrad Röntgen

OStD Klauspeter Schmidt, Leiter des Röntgen-Gymnasiums, ernannten wir aufgrund der hervorragenden Beziehungen zwischen Schule und Abituria zum Ehrenmitglied. Aus seinen Händen erhielten wir ein besonderes Geschenk: eine Plastik des Würzburger Bildhauers Lothar Forster, die den Namenspatron unserer Stammschule und ersten Nobelpreisträger für Physik zeigt, Wilhelm Conrad Röntgen. Auf Basis dieses künstlerischen Entwurfs wurde Röntgens Abbild in Bronze verewigt, das im Eingangsbereich des Schulhauses die Besucher des Röntgen-Gymnasiums begrüßt.

Fritz Lindner

Außerdem ehrten wir einen Abiturianer, der sich fast 60 Jahre lang an vorderster Spitze für unsere Verbindung eingesetzt hat, davon 36 Jahre als 1. Vorstand. Dr. Fritz Lindner wurde aufgrund seiner außerordentlichen Verdienste zum Ehrenphilistersenior auf Lebenszeit ernannt und erhielt als äußeres Zeichen der Anerkennung das Abituria-Ehrenband, bestickt mit unserem Wahlspruch „Furchtlos und treu!“

Über die weiteren „Highlights“ des stimmungsvollen Stiftungsfestes werden wir ausführlich im nächsten Abituria-Mitteilungsblatt berichten.

Abituria-Ehrenmitglied OStD Klauspeter Schmidt übergibt das von Lothar Forster geschaffene Abbild Wilhelm Conrad Röntgens an Daniel Scheder, den neuen 1. Vorstand der Abituria.
Dr. Fritz Lindner wurde für seinen jahrzehntelangen Einsatz für die Abituria zum Ehrenphilistersenior auf Lebenszeit ernannt.
Hier wurde die Abituria vor 111 Jahren gegründet: Das ehemalige Restaurant „Schwarzer Walfisch“ gehört unter dem heutigen Namen „Hotel Walfisch“ zur gehobenen Gastronomie Würzburgs.

Würzburger Schülerverbindungen – Vortrag auf Germanen-Haus

Am vergangenen Samstag, 6. November, hielt Abituria-Archivar Dr. Wolfgang Nüdling einen fesselnden Vortrag über Würzburger Schülerverbindungen als Teil der lokalen Korporationsgeschichte. So lässt sich in unserer Musenstadt die älteste Pennalkorporation in der Zeit um 1808 nachweisen, als hier auch die ersten akademischen Verbindungen entstanden. Danach bildeten sich am damals noch einzigen Gymnasium Würzburgs zahlreiche Pennalkorporationen, aus denen einige studentische Corps und Landsmannschaften hervorgegangen sind.

Während ihrer Blütezeit in den 1920er Jahren gab es in Würzburg mehr als zehn pennale Verbindungen, in denen Oberstufenschüler ihre Freizeit gestalteten und Freundschaften schlossen. Sie formierten sich vor allem an den vier Traditionsschulen Wirsberg-, Riemenschneider-, Siebold- und Röntgen-Gymnasium (damals Altes, Neues und Realgymnasium sowie Oberrealschule). Doch auch an Schülerheimen wie Ferdinandeum oder Kilianeum gab es Abituria-Vereinigungen. Die Pennalkorporationen Ripuaria und Turonia waren dagegen an keiner bestimmten Schule beheimatet, sondern nahmen Schüler verschiedener Bildungsanstalten auf. Nach der Reifeprüfung wurden zahlreiche Pennäler auch bei akademischen Korporationen aktiv und trugen wesentlich zu deren Bestand bei.

Höhepunkt des Abends war die Überreichung von Couleurgegenständen aus den Jahren ab 1926 aus dem Nachlass von Dr. Ferdinand Lindner, der Mitglied der Abituria Wirceburgia (damals Abituria der Oberrealschule Würzburg) und der Würzburger Burschenschaft Germania war. Der informative Abend klang aus bei guten Gesprächen und einem stimmungsvollen Abendessen mit Pizza von Locanda. In diesem Sinne nochmals ein besonders herzlicher Dank an unsere Gastgeber e.s.v. Würzburger Burschenschaft Germania!

Abituria-Archivar Dr. Wolfgang Nüdling beim Vortrag über Würzburger Schülerverbindungen
Zahlreiche Würzburger Schüler begeisterten sich in den 1920er Jahren für eine Pennalverbindung
Übergabe des Nachlasses des Abiturianers und Würzburger Germanen Dr. Ferdinand Lindner
Die Teilnehmer des Vortragsabends waren sichtlich begeistert, darunter auch Vertreter der Absolvia 1887 Würzburg und des pennalen Corps Frankonia-Transmoenania, gegründet 1981

Bildmaterial: Würzburger Burschenschaft Germania, Abituria Wirceburgia.

Friedvolle Weihnachten und alles Gute für 2021!

Liebe Bundesbrüder und Freunde der ABITURIA WIRCEBURGIA,

das Jahr 2020 hat uns allen an Geduld und sozialer Zurückhaltung vieles abverlangt. Neben den medizinischen und auch persönlichen Beeinträchtigungen war auch unser Verbindungsleben deutlich in Mitleidenschaft gezogen worden.

Vor diesem Hintergrund wünsche ich für die Weihnachtsfeiertage allen Abiturianern, ihren Familien sowie den Freundinnen und Freunden der Abituria Gelassenheit und Frieden, und für das Jahr 2021 alles Gute und vor allem gute Gesundheit! Hoffen wir, dass fürsorgliche Rücksichtnahme und Nutzung der sich bietenden Möglichkeiten gegen die Pandemie den Jahresverlauf positiv gestalten werden, damit im neuen Jahr auch wieder persönliche Treffen stattfinden können.

Mit bundesbrüderlichen Grüßen und bleibt gesund,

Euer Fritz Lindner
im Namen der Vorstandschaft der Abituria Wirceburgia

Fensterbild im Treppenhaus des Röntgen-Gymnasiums Würzburg

Neues Mitteilungsblatt: Fakten statt „fake news“

In Kürze erscheint das neue Abituria-Mitteilungsblatt, das bei anhaltender Pandemie auch eine Fülle anderer Themen bietet:

* Wie es weiter geht: Skype-Treffen jeden ersten Freitag im Monat, Verschiebung des Abituria-Stiftungsfests auf 2021

* Corona-Tagebücher: wie Abiturianer den Lockdown ideenreich nutzten

* Was Abiturianer wollen: Ergebnisse der Umfrage zu Mitteilungsblatt und Verbindungsleben

* Wir gratulieren: Hochzeit von Andreas Früh (geb. Jürg)

* Wie wir vor 10 Jahren feierten: Bilder-Rückschau 100. Abituria-Stiftungsfest

* Was Würzburg vor 75 Jahren bewegte: Abiturianer Dr. Karl Wagner schildert die Befreiung durch US-amerikanische Truppen im April 1945

* Woran wir erinnern: Gedenken an das Ende des 2. Weltkriegs und die dabei ums Leben gekommenen Abiturianer, darunter unsere drei NS-Opfer Fritz Reinlein, Arnold Reinstein und Dr. Oskar Stern

Euer Redaktionsteam

Martin Königs passende Interpretation der Patrona Bavariae auf der Theresienwiese für das Gästebuch der Münchener Abituria-Gruppe

Islam und Judentum: Vorträge am Röntgen-Gymnasium und im „Shalom Europa“

Der Verein der Freunde des Röntgen-Gymnasiums lädt im Rahmen der Reihe „Röntgenbilder“ zu zwei weiteren spannenden Vorträgen ein:

Mi., 13.03.2019, 19:00 Uhr: Der Islam als Kulturvermittler
Referent: Prof. Dr. Dag Hasse, Universität Würzburg, Institut für Philosophie
Ort: Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums, Sanderring 8, 97070 Würzburg

Di., 02.04.2019, 19:00 Uhr: Jüdisches Leben in Deutschland
Referent: Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland
Ort: Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums, Sanderring 8, 97070 Würzburg

Zwischen den beiden Terminen hat die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit einen weiteren interessanten Vortrag im Programm:

Mo., 18.03.2019, 20:00 Uhr: Akademischer Antisemitismus und jüdisches Verbindungswesen
Referent: Prof. Dr. Matthias Stickler, Universität Würzburg, Institut für Geschichte
Ort: Jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum „Shalom Europa“, Valentin-Becker-Straße 11, 97072 Würzburg

Prof. Dr. Matthias Stickler ist ein langjähriger Freund der Abituria Wirceburgia und seit seiner Studienzeit in den 1990er Jahren gern gesehener Gast unserer Veranstaltungen. Bezüglich seines aktuellen Vortrags nimmt die Abituria eine Sonderstellung ein. Wir sind vermutlich die einzige Korporation Würzburgs, die eine aktive Erinnerungskultur an eine der heimischen jüdischen Studentenverbindungen unterhält.

Mit der Öffnung der Abituria für Absolventen aller Würzburger Gymnasien haben wir 1993 den Beinamen „Wirceburgia“ gewählt, um an jene 1933 vom NS-Regime verbotene Korporation zu erinnern. Außerdem traten zwei jüdische Abiturianer nach ihrer Reifeprüfung an unserer Stammschule, der Oberrealschule Würzburg (heute Röntgen-Gymnasium), der akademischen Wirceburgia als Mitglied bei. Daher haben wir in den Abituria-Mitteilungsblättern und in unserer Chronik von 2010 immer wieder die studentische Wirceburgia und unsere jüdischen Mitglieder thematisiert, um deren Schicksale in ehrender Erinnerung zu halten.

Wolfgang Nüdling

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Gruppenfoto der jüdischen Studentenverbindung Wirceburgia aus dem Jahr 1909, veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Abituria Wirceburgia Nr. 69, September 2014, S. 22

Bayerischer Verdienstorden für Karl Herrmann

Die Abituria gratuliert ihrem Mitglied Karl Herrmann herzlich zu seiner besonderen Ehrung. Im Rahmen einer Feierstunde in der Münchener Residenz erhielt er aus den Händen von Ministerpräsident Dr. Markus Söder den Bayerischen Verdienstorden. Geehrt wurden insgesamt 64 Persönlichkeiten, die sich durch ihr herausragendes Engagement um den Freistaat Bayern und das bayerische Volk verdient gemacht haben.

2018-09-19_B1_Ehrung Karl Herrmann 2_Ministerpräsident Makrus Söder_V3a_r1000

In der Laudatio der Bayerischen Staatskanzlei ist zu lesen: „Karl Herrmann engagierte sich seit 35 Jahren neben seiner beruflichen Tätigkeit als Rektor der Goethe-Schule Würzburg auch nach seinem Eintritt in den Ruhestand in herausragender Weise ehrenamtlich in der Luftrettungsstaffel Bayern. Die Luftrettungsstaffel Bayern ist unter seiner Führung zum Vorzeigemodell für Deutschland und ganz Europa geworden. Karl Herrmann hat sich durch sein mehr als 3 Jahrzehnte währendes ehrenamtliches Engagement mit Tatkraft und großem persönlichen Einsatz weit über das normale Maß hinaus engagiert und sich hervorragende Verdienste um den Freistaat Bayern und seine Bürgerinnen und Bürger erworben. Er ist würdig, für sein verdienstvolles Lebenswerk mit dem Bayerischen Verdienstorden geehrt zu werden.“

Schon vor drei Jahren war Bbr. Herrmann von Innenminister Herrmann mit der Bayerischen Staatsmedaille Innere Sicherheit für sein seit 1982 währendes Engagement in der Luftrettungsstaffel Bayern, deren Präsident er 2002 wurde, geehrt worden. Seitdem hat er unter anderem die Gliederung der Luftrettungsstaffel gestrafft, Nachwuchs rekrutiert und das Ausbildungskonzept der behördlichen Luftbeobachter an der Staatlichen Feuerwehrschule in Würzburg entscheidend geprägt.

Auch in der Abituria hat sich Bbr. Herrmann engagiert, war er doch nach seinem Abitur 1967 in der politisch bewegten Zeit der 1968er Studentenrevolte vier Semester in Folge Senior der Aktivitas.

2018-09-19_B2_P1000795 Karl Herrmann zeigt auf Flugplatz_V1a_r1000

Darüber hinaus gab Karl Herrmann in diesem Sommer der Abituria und Gästen vom Röntgen-Gymnasium Würzburg, darunter OStD Klauspeter Schmidt, erneut eine hochinteressante Führung über seine Wirkungsstätte, den Flugplatz Giebelstadt (siehe Bild). Weitere Details dazu sind im neuen Abituria-Mitteilungsblatt zu finden.

Wolfgang Nüdling

Fotos: Bayerische Staatskanzlei, Abituria Wirceburgia