Schlagwort: Jüdisches Gemeinde-und Kulturzentrum Würzburg

Islam und Judentum: Vorträge am Röntgen-Gymnasium und im „Shalom Europa“

Der Verein der Freunde des Röntgen-Gymnasiums lädt im Rahmen der Reihe „Röntgenbilder“ zu zwei weiteren spannenden Vorträgen ein:

Mi., 13.03.2019, 19:00 Uhr: Der Islam als Kulturvermittler
Referent: Prof. Dr. Dag Hasse, Universität Würzburg, Institut für Philosophie
Ort: Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums, Sanderring 8, 97070 Würzburg

Di., 02.04.2019, 19:00 Uhr: Jüdisches Leben in Deutschland
Referent: Dr. Josef Schuster, Präsident des Zentralrates der Juden in Deutschland
Ort: Cafeteria des Röntgen-Gymnasiums, Sanderring 8, 97070 Würzburg

Zwischen den beiden Terminen hat die Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit einen weiteren interessanten Vortrag im Programm:

Mo., 18.03.2019, 20:00 Uhr: Akademischer Antisemitismus und jüdisches Verbindungswesen
Referent: Prof. Dr. Matthias Stickler, Universität Würzburg, Institut für Geschichte
Ort: Jüdisches Gemeinde- und Kulturzentrum „Shalom Europa“, Valentin-Becker-Straße 11, 97072 Würzburg

Prof. Dr. Matthias Stickler ist ein langjähriger Freund der Abituria Wirceburgia und seit seiner Studienzeit in den 1990er Jahren gern gesehener Gast unserer Veranstaltungen. Bezüglich seines aktuellen Vortrags nimmt die Abituria eine Sonderstellung ein. Wir sind vermutlich die einzige Korporation Würzburgs, die eine aktive Erinnerungskultur an eine der heimischen jüdischen Studentenverbindungen unterhält.

Mit der Öffnung der Abituria für Absolventen aller Würzburger Gymnasien haben wir 1993 den Beinamen „Wirceburgia“ gewählt, um an jene 1933 vom NS-Regime verbotene Korporation zu erinnern. Außerdem traten zwei jüdische Abiturianer nach ihrer Reifeprüfung an unserer Stammschule, der Oberrealschule Würzburg (heute Röntgen-Gymnasium), der akademischen Wirceburgia als Mitglied bei. Daher haben wir in den Abituria-Mitteilungsblättern und in unserer Chronik von 2010 immer wieder die studentische Wirceburgia und unsere jüdischen Mitglieder thematisiert, um deren Schicksale in ehrender Erinnerung zu halten.

Wolfgang Nüdling

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Gruppenfoto der jüdischen Studentenverbindung Wirceburgia aus dem Jahr 1909, veröffentlicht im Mitteilungsblatt der Abituria Wirceburgia Nr. 69, September 2014, S. 22

Impressionen vom RGW-Frühlingskonzert – Ehrengast Hana Amichai

Dienstag, 24.04.2018: Der große Saal im jüdischen Gemeindezentrum Shalom Europa ist bis auf den letzten Platz gefüllt und das ist völlig berechtigt, denn das Röntgen-Gymnasium Würzburg hat erneut zum Frühlingskonzert eingeladen. Gleich mit dem ersten Stück „The Muppet Show Theme“ brachte die Big Band die Zuhörerschaft in Stimmung und schwungvoll ging es auch danach weiter, denn heute drehte sich alles um das Thema Filmmusik.

Die RGW-Musikpädagogen Angelika Heinlein und Reinhard Fritz hatten in monatelanger Arbeit mit den musikalisch engagierten Schülerinnen und Schülern ein reichhaltiges Programm einstudiert. Big Band, die Chöre der Schule und verschiedene Instrumentalensembles präsentierten auf hohem Niveau bekannte Melodien aus Filmen wie Mary Poppins, Fluch der Karibik, Forrest Gump oder Pulp Fiction.

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Der große Chor singt „Chim Chim Cher-ee“ aus Mary Poppins

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Big Band und Solistin interpretieren den Song „Son of a Preacher Man“ aus Pulp Fiction

Daneben gab es auch manchen eher unbekannten Ohrenschmaus, so brachte der Chor der 5. Klassen das humorvolle, aber anspruchsvolle Stück Supercalifragilistisch schön gesungen und gut verständlich zu Gehör. Weitere Titel, die zur musikalischen Umrahmung von Filmen genutzt werden, kannte man eher von deren Interpretation durch Pop-Größen wie Phil Collins (True Colours) oder Sting (Fields of Gold).

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Der Chor der 5. Klassen mit „Supercalifragilistisch“

Schulleiter OStD Klauspeter Schmidt machte ob dieser gelungenen Leistung einen recht vergnügten Eindruck. In seiner heiteren Ansprache am Anfang des Konzerts begrüßte er neben der Schulfamilie mit Hana Amichai auch einen Ehrengast. Sie war kurzfristig der Einladung zum RGW-Konzert gefolgt – u.a. in Begleitung von Rosa Grimm von der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Würzburg – und eigentlich für die Leseaktion „Würzburg liest ein Buch“ aus Israel an den Main gereist. Wie in der Lokalpresse ausführlich berichtet wurde, steht heuer im Mittelpunkt dieser Aktion ein Roman ihres im Jahr 2000 verstorbenen Ehemanns Jehuda Amichai. Dieser kam 1924 in Würzburg als Ludwig Pfeuffer zur Welt und hat im Roman „Nicht von jetzt, nicht von hier“ Erinnerungen an die Jugendzeit in seiner Geburtsstadt und die NS-Zeit aufgearbeitet. Nach der Filmmelodie zu Schindlers Liste ergriff Hana Amichai das Wort und trug in Hebräisch ein Gedicht aus der Feder ihres Mannes vor.

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Hana Amichai trug ein Sonett von Jehuda Amichai vor

Bereichert wurde der Abend außerdem durch zwei Beiträge der Arbeitsgruppe „Röntgenfilm“, die deren Leiter Hubert Pfingstl aus seinem umfangreichen Archiv hervorgezaubert hatte. In „Music for one art room and a dozen drummers“ erfuhr das Publikum, welche heißen Rhythmen die Schüler mit diversen Gegenständen im Zeichensaal entwickeln, wenn der Kunstlehrer zum Sekretariat gerufen wird. Einen ganzen Wiener Walzer lang dauerte der zweite Beitrag „Drehmomente – durch‘s Schulhaus im Dreivierteltakt“.

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Schlussansprache und Dankesworte von OStD Klauspeter Schmidt

Die bekannte Melodie zur Filmreihe James Bond war der letzte offizielle Programmpunkt des kurzweiligen Konzertabends, der aufgrund des langen und begeisternden Beifalls dann erst nach einer Zugabe endete.

Wolfgang Nüdling

Fotos: Archiv Abituria Wirceburgia