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Was ist denn diese „Abituria“?

Wer sind wir?

Die Abituria Wirceburgia ist ein Freundeskreis von Schülern und ehemaligen Schülern der Würzburger Gymnasien. Wir sind ein eingetragener Verein, der die Form einer Schülerverbindung gewählt hat. Unsere Verbindung ist in zwei Altersgruppen eingeteilt: Als Schüler und junger Student gehört man der sogenannten Aktivitas an. In den Altherrenverband, den eigentlichen Verein, tritt man nach dem Ende der Schullaufbahn oder im Verlauf der weiteren Ausbildung über. Die Abituria Wirceburgia ist politisch neutral und konfessionell ungebunden.

Was ist das Ziel der Abituria?

Der Hauptzweck der Abituria besteht darin, die am Gymnasium geschlossenen Freundschaften auch über die Schulzeit hinaus zu pflegen und zu bewahren. Während der Schulzeit macht man sich über die Verbundenheit mit seinen Mitschülern noch recht wenige Gedanken. Wenn man aber ein Jahr wiederholen muss oder die Schule wechselt, ist es erstaunlich, wie schnell der Kontakt zu den alten Klassenkameraden abbricht. Noch extremer ist dies nach dem Abitur. Man verliert sich recht schnell aus den Augen, so dass sich oft die besten Freundschaften über kurz oder lang im Sande verlaufen.

Durch eine Schülerverbindung wie die Abituria kann dies jedoch nicht so leicht passieren, da man sich regelmäßig bei Veranstaltungen trifft, wie z.B. beim Grillfest, Kegelabend, Minigolf, Feuerzangen- oder Maibowle, Kinoabend, Kulturfahrten im In- und Ausland etc. Die Abituria wirkt durch ihr ansprechendes geselliges und kulturelles Programm den immer mehr beobachtbaren Tendenzen von Vereinzelung und Ich-Bezogenheit entgegen. In Kontakt bleibt man außer auf den Veranstaltungen auch durch das halbjährlich erscheinende Mitteilungsblatt, das ausführlich über das Leben in und um die Abituria informiert. Gerade von den weiter entfernt wohnenden Abiturianern wird dieses Medium sehr geschätzt, da es selbst über größere Distanzen ermöglicht, am Verbindungsleben teil zu haben.

Hat die Abituria weitere Vorteile?

Ja! Das Besondere an der Abituria ist, wie bei anderen Verbindungen auch, dass man Mitglieder unterschiedlicher Ausbildungsrichtungen kennen lernt, die schon im Berufsleben stehen oder dieses bereits hinter sich gelassen haben. Diese älteren Abiturianer stehen einem mit guten Ratschlägen für Schule, Studium und Beruf zu Seite und können bei so manchen Problemen in Alltag und Familie eine wertvolle Stütze sein.

Nicht vergessen sei auch der positive Aspekt, dass beim ehrenamtlichen Engagement in der Leitung der Aktivitas oder im Altherrenverband Erfahrungen gewonnen werden, die für das spätere Wirken in Beruf, Gesellschaft oder Politik sehr nützlich sind.

Wer kann bei der Abituria Mitglied werden?

In die Abituria kann jeder männliche Schüler eintreten, der ab der 10. Klasse ein Würzburger Gymnasium besucht oder der bereits ein Würzburger Gymnasium mit der Reifeprüfung verlassen hat. Hautfarbe, Herkunft und Religion spielen dabei keine Rolle. Außerdem können auch Angehörige anderer Schülerverbindungen bei uns Mitglied werden, egal an welchem Ort sie ein Gymnasium besuchen oder besucht haben.

Und was ist mit den Mädchen?

Wie in den meisten Schülerverbindungen ist es auch in der Abituria üblich, dass nur Jungen aufgenommen werden. Mädchen sind aber trotzdem bei den meisten Veranstaltungen sehr gern gesehene Gäste. Interessierten Mädchen steht die Möglichkeit offen, sich selber zu einer Schülerinnenverbindung zusammenzuschließen. Schülerinnenverbindungen sind heute vor allem in Österreich anzutreffen. In Franken gibt es bislang nur eine einzige derartige Korporation, die 1995 gegründete Amazonia zu Bayreuth.

Wie kam es zur Gründung der Abituria?

Die Abituria wurde in einer Zeit gegründet, in der die Freiheit der Schüler noch sehr eingeschränkt und reglementiert war. Um dem Druck der Obrigkeit im wilhelminischen Kaiserreich entgegenzuwirken, schufen sich die Schüler ihre eigenen Freiräume. Sie schlossen sich, der damals zeitgemäßen Form folgend, zu Schülerverbindungen zusammen. In solch einer Gruppe Gleichgesinnter und „Mitleidender“ stärkte man sich gegenseitig und konnte wenigstens für die Zeit der gemeinsamen Veranstaltungen den Alltagssorgen entfliehen. Ein weiterer Aspekt war das weiter oben bereits geschilderte Bemühen, durch einen festen Bund die Freundschaft unter den Mitschülern auch über die Schulzeit hinaus zu bewahren. Beide Faktoren führten zur Gründung unserer Abituria, die 1910 an der Oberrealschule Würzburg, dem heutigen Röntgen-Gymnasium, von zahlreichen Schülern des ersten Abiturjahrgangs dieser Schule gebildet wurde.

Was bedeutet der Name „Abituria Wirceburgia“?

Der Begriff „Abituria“ diente etwa ab Mitte des 19. Jh. zur Bezeichnung des Abiturjahrgangs einer Schule. Daneben wurde „Abituria“ auch als Bezeichnung von Schülerverbindungen gebräuchlich. Als Bestandteil des Verbindungsnamens versinnbildlicht „Abituria“ damals wie heute nicht nur den gemeinsam erlebten und durchlittenen schulischen Werdegang, der mit dem Abitur sein Ende findet. Vielmehr bedeutet dieses Wort auch eine Abgrenzung gegenüber andersartigen Schülervereinigungen und gegenüber den studentischen Korporationen, die an den Hochschulen beheimatet sind. Der Begriff „Abituria“ ist heute fast nur noch in Franken anzutreffen.

Der frühere Verbindungsname „Abituria der Oberrealschule Würzburg“ lässt erkennen, daß nur Schüler der Oberrealschule (später des Röntgen-Gymnasiums) Mitglied der Abituria werden konnten. Im Jahr 1993 öffneten wir unsere Verbindung für Oberstufenschüler aller Würzburger Gymnasien. Damit wurde auch ein neuer Name erforderlich, der keine Schule besonders hervorhebt, damit er von allen Würzburger Gymnasiasten akzeptiert werden kann. Wir einigten uns nach eingehenden Überlegungen auf „Abituria Wirceburgia“. Der Name „Wirceburgia“ wurde vor dem 2. Weltkrieg von einer Würzburger Studentenverbindung geführt, die 1933 verboten wurde, weil ihr überwiegend jüdische Mitglieder angehörten. Somit ist der neue Verbindungsname nicht nur ein Symbol der zukunftsweisenden Öffnung der Abituria für alle Würzburger Gymnasiasten, sondern er bewhrt auch die Erinnerung an eine Verbindung, deren Existenz einst durch die Nationalsozialisten zerstört wurde.

Warum tragen wir Band und Mütze?

Bei Band und Mütze handelt es sich um eine Art Trachtenform, die sich bei den Studenten und Schülern der höheren Lehranstalten im Lauf der Jahrhunderte entwickelt hat. Wir bewahren diese Formen weiter, da sie nicht nur äußere Zeichen sind, mit denen wir uns zu erkennen geben, sondern weil sie durch ihren Symbolgehalt auch innere Werte darstellen. So ist das Band als ein vereinigendes Element zu sehen, das nicht nur jedes Mitglied, sondern den ganzen Freundesbund umschließt. Und die drei Farben unserer Verbindung, die wir auf Band und Mütze tragen, geben unsere Ideale wieder: Treue (blau), Freundschaft und Offenheit (weiß) und Hoffnung (grün).

Gibt es noch andere Schülerverbindungen in Würzburg?

Bis in die 1930er Jahre gab es an jeder höheren Schule Würzburgs sowie an den Schülerheimen Ferdinandeum und Kilianeum mindestens je eine Schülerverbindung. Die Nazi-Herrschaft und den 2. Weltkrieg haben lediglich zwei davon überlebt: zum einen unsere Abituria, zum anderen die Absolvia Würzburg, die 1887 an der gleichen Schule wie wir gegründet wurde. Als dritte Würzburger Schülerverbindung ist die Frankonia-Transmoenania zu nennen, die 1981 entstand.

Wo treffen wir uns?

Die Abituria hat in Grombühl in der Brücknerstraße 5 / Rückgebäude ein Verbindungsheim gemietet, in dem wir viele gesellige Veranstaltungen abhalten (die Brücknerstraße entspricht der Verlängerung der Grombühlbrücke). Unsere Kneipen finden in der Regel auf Häusern von Würzburger Studentenverbindungen statt. Kulturelle und kulinarische Veranstaltungen führen uns in die engere und weitere Umgebung von Würzburg.

Am besten ist es, sich die Abituria einmal anzusehen. Wenn Du Interesse gefunden hast und Dir einmal selbst ein Bild davon machen willst, was unsere Schülerverbindung ausmacht, nimm doch einfach Kontakt mit uns auf und schau einmal bei einer unserer Veranstaltungen vorbei.

Du willst noch mehr Infos? Kein Problem! Schreibe uns unter: info@abituria.org

Das Couleurband

Das äußere Zeichen unserer inneren Verbundenheit ist das Couleurband, das ganz bildlich unseren Bund umgibt. Der Refrain unseres Bundesliedes fasst diesen wichtigen Gedanken hervorragend zusammen: „Mag auch der Fels zerschellen im Sturm der wilden Wellen, der treuen Freundschaft blau-weiß-grünes Band hält immerdar uns innig fest umspannt.”

Mit dem Tragen von Farben führen wir ein Brauchtum fort, das nach außen vielleicht etwas antiquiert scheinen mag, aber mit seinen Zielen auch heute noch aktuell ist. So wurde die Dreifarbigkeit des Bandes in Anlehnung an die französische Trikolore übernommen, die in der Französischen Revolution die Parole „Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit” versinnbildlichte und bis heute nichts an Bedeutung verloren hat. In den drei Farben der Abituria finden wir die Ideale Treue (blau), Freundschaft und Offenheit (weiß) und Hoffnung (grün).